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es geht um ALLES oder NICHT

Die Erde ist nur scheinbar eine Kugel und wir haben nur scheinbar einen freien Willen

Als man vor einigen Jahrhunderten vorübergehend Gewißheit erlangt, dass die Erde eine Kugel und nicht wie zuvor vermutet eine Scheibe ist, konnten das die meisten Menschen kaum fassen. Zu ungewöhnlich die Idee. Dann flössen ja die Meere aus. Die Quantenforschung hat nun vor einhundert Jahren auch die materielle Kugel in das Reich der Illusionen verbannt, und wieder können es die Meisten noch nicht fassen. Was denn dann, wenn keine stofflich feste Kugel? Nun sind wir dabei, eine weiter Annahme über unser Sein von Bord zu werfen, obwohl die Erschütterung der Zeit-und Raumillusion nur ansatzweise verdaut ist. Die jetzt anstehende Zeitenwende besteht aus der Versöhnung von Materie und Idee; von Objekt und Subjekt, von Körper und Geist und von Freund und Feind – ja soweit kommt`s noch.

Um diese Idee zu fassen, braucht es keine Theorie und Keinen Glauben, ja auch keine Wissenschaft, sondern einfach nur Deine exakte Wahrnehmung dessen, was Du erlebst und Deine rücksichtslos ehrliche Beschreibung dessen, was Du da feststellen kannst. Die Art wie Du bisher in der Welt stehst, ist von unserer materialistischen Weltanschauung geprägt und integriert kaum noch das spirituelle Wissen unserer Ahnen und überhaupt nicht die Erkenntnisse der modernen Physik.

Irgendwo habe ich mal folgenden Dialogschnipsel aufgelesen:

A: Wie kommen die Leute darauf zu behaupten, es sei logisch gewesen, jahrhundertelang zu glauben, die Sonne drehe sich um die Erde, statt dass die Erde sich um ihre eigene Achse dreht?

B: Man sagt, dies sei logisch, weil es so ausgesehen habe, als drehe sich die Sonne um die Erde.

A:Ja aber, wie hätte es denn aussehen müssen, damit es so ausgesehen hätte, als würde die Erde sich um die eigene Achse drehen?

Ich komme später auf den Dialog zurück.

Das Geheimnis, dass es jetzt zu lüften gilt, ist die Verwechslung einer Problemebene. Seit der Aufklärung dreht sich das Denken der Wissenschaft um die Lösung des Geist/Materie-Dualismus. Wie wirkt unser Geist auf die Materie? Wo ist die Schnittstelle? Aus welchem Stoff ist der Geist? Wie kann die Idee auf die Materie einwirken? Diese Fragestellung lebt von der Vorstellung, es gäbe reale Materie und realen Geist, und die beiden seien aus verschiedenen Substanzen gefertigt. Sie seien grundsätzlich verschieden und getrennt.

In dem Irrglauben Materie und Geist wären unterschiedlicher Natur mußte die Suche nach ihrer Verbindung ins Leere laufen. Die Fragestellung stimmt so offenbar nicht und lenkt uns davon ab, die wichtigere Ebene ins Visier zu nehmen: das Bewußtsein. Und sein Pendant das Sein. Wie passen Sein und Bewußtsein in ein einheitliches Weltbild.

Wie nimmst Du die Bewußseinsebene ins Visier? Das ist das Geheimnis! Und es lüftend in Worte zu fassen, ist eine Herausforderung. Es gibt verschiedene Wege.

Lass uns einen gemeinsam gehen. Wenn Du diesen Text liest, nimmt Dein Auge die Buchstaben und Wörter wahr, und simultan dekodiert dein Verstand den Sinn. Doch hast Du gerade beim Lesen den weißen Bildschirm unter dem Text registriert? Jetzt na klar, aber vorher meine ich? Beim Lesen? Dieser Bildschirm ermöglicht das Auftreten des Textes. Der Text selber verändert nichts an der Eigenschaft des Bildschirms. Der Bildschirm ist offen für alle Inhalte. Entfernt man den Text ist das Blatt leer – ohne Information. Und doch ist der Bildschirm auch ohne Text präsent. Wir nehmen ihn „leer“ jedoch noch weniger wahr, als mit Text darauf.

Jetzt versuche den Bildschirm als Metapher/Gleichnis zu nehmen für Dein Bewußtsein. Es scheint banal und doch braucht es aus meiner Erfahrung sehr viel Sammlung und Kraft, um sich diesem Phänomen zuzuwenden. Es gilt sich etwas bewußt zu werden, was ohnehin schon immer so war. Bloß das Du es nicht realisiert hast. Es gilt etwas bewußt zu sehen, was schon immer als Information offen liegt, jedoch nicht gewußt ist. Diesen Umstand – ich habe ihn immer noch nicht genannt, weil ich ihn sachte einführen will – gilt es zu realisieren. Realisieren hat zwei Bedeutungsebenen. Wirklichwerden lassen und wissentlich erfassen.

Nimm zum Realisieren für das, von Dir vermutlich noch nicht realisierte, Bewußtseinsphänomen beispielhaft noch ein anderes offenliegenden Geheimnis – den Sonnenuntergang. Du schaust in die untergehende Sonne und wir fühlen, denken, wissen – die Sonne geht unter oder auch weg. Seit wenigstens 500 Jahren existiert das Kopernikanische Gegenmodell. Wir drehen uns mit mehreren hundert Stundenkilometer (je nach Standort) auf unserem Fleckchen Erde um uns selbst von der Sonne weg – Richtung Osten, wenn wir in die Sonne schauen – also rückwärts.

Realisierst Du das? Beschreibst Du Dir, Du stillstehend Rasender, so Deine Wirklichkeit. Oder hältst Du Dich mit dem Rest der Meute (inklusive mir) auch heute noch für den Nabel der Welt und des Universums? Es macht einen Unterschied!

Bedeutsam ist die Anerkenntnis dessen, wie wenig wir unserem Wissen vertrauen können. Die Irrtumsanfälligkeit. Und wie sich unser Selbstbild hin zu mehr Kohärenz (Verstehbarkeit, Eingebundenheit aller innerer und äußerer Prozesse) wandelt, wenn wir Irrtümer erkennen.

Zurück zum nun zu erkennenden Irrtum.

Wir riechen. Wir schmecken. Wir hören. Wir sehen. Wir nehmen den Körper wahr. Wir denken und nehmen Gedanken wahr.

Aus welcher Substanz sind alle die genannten Wahrnehmungen? Wenn Du einen Duft von Lavendel nimmst und versuchen wölltest, diesen Duft einem Menschen der nicht riechen kann, zu beschreiben, wirst Du scheitern. Wenn Du einem Tauben Klang beschreiben möchtest, wirst Du scheitern.

Was bedeutet das?

Wenn Du einem Anderen, der sogar des Denkens mächtig ist, Deine Gedanken beschreiben willst, wirst Du aus absoluter Perspektive ebenso scheitern. Die Worte sind es nicht. Immer geht etwas über die Worte hinaus. Und auch über den Sinn dieser Worte geht etwas hinaus. Allen unseren Wahrnehmungen wohnt ein ein offenes Geheimnis inne.

In unserem materialistischen Weltbild erscheint die Welt und der Körper via Sinnesrezeptoren im materiellen Gehirn und wird dort Geist/Verstand. Wie der letzte Schritt von statten geht, scheint mysteriös.

Aber schau doch mal genau hin. Du siehst hier Buchstaben und Wörter und Dein Verstand entschlüsselt die von meinem Verstand darin eingewobene Botschaft. Diese Botschaft, von der weiß jemand in Dir. Und es ist nicht Dein Verstand der davon weiß. Dein Verstand ist letztlich einfach blöd. Dein Denken erscheint auf einer Ebene, die Dir so sonst nicht auffällt. Dein Denken, Sehen, Riechen, Hören und Schmecken erscheint im Bewußtsein und dort wird jenseits von Wörtern, Farben, Gerüchen absolut gewußt. Es wird immer auch um das Erscheinen selbst gewußt. Wenn um das Erscheinen im Bewußtsein nicht gewußt wird, fehlt dem denkenden Verstand eine Verstehensebene, die als unbewußter Mangel in die gesamte Existenz hineinstrahlt.

Dein Bewußtsein ist der leere Bildschirm auf und in dem alles stattfindet, wahrgenommen und realisiert wird. Die Ebenen, die wir in unserem alten Weltbild verkannt haben, sind der Geist und das Bewußtsein. Der Geist ist ein Teil des Seins und erscheint im Bewußtsein. Wir realisierten bisher eine Welt, wo die Welt und unser Körper im Geist erscheint – als Idee von etwas Materiellem. In dem sich verändernden neuen Weltbild erscheint die Welt und der Körper und der sich noch als Chef (Ego) aufführende Verstand/Geist im Bewußtsein. Welt, Körper und Geist sind Bewußtsein. Materie und Idee erscheinen dem/im und sind aus Bewußtsein. Keine Trennung sondern Unterscheidung. Das war und ist schon immer so. Bloß das unserem Verstand in seiner labilen Kränkbarkeit nicht behagte, bloß Erscheinung zu sein. Wir, als Personen, als Egos meinten, selbst dieser wirkende Verstand zu sein, der sich die Materie untertan macht. Die Wiederendeckung des Bewußtseins stellt den Geist/Verstand zurück in die Erscheinungen des Seins.

Und so lebe ich mit dieser Erkenntnis das gleiche Leben wie zuvor, bin nun jedoch der heimgekehrte Sohn und weiß um mein alles einschließendes umfassendes Bewußtsein.

Dieses Ideengebäude ist zusammen mit dem nahtlosen Kontinuum aller aktueller Wahrnehmungen gerade das, was in Deinem Bewußtsein ist, wozu sich Dein Bewußtsein gerade formiert hat. Anschlußfragen sind: Wer bist dann Du? Wo bleibt der freie Wille? Was ist die Person? Was auch immer gefragt wird: die Frage selbst taucht im Verstand auf und DU weißt ABSOLUT um den Sinn der Frage.

Solange wir das Bewußtsein nicht in beiden Sinnzusammenhängen REALISIEREN bleibt uns ein Mangelgefühl. Ein Gefühl der Trennung und Zerrissenheit. Ein verstehbares Gefühl angesichts der Erkenntnis, dass wir unsere wahre Natur als wahrnehmendes und die Welt und den Körper und den Geist selbst hervorbringendes Bewußtsein noch nicht realisiert haben. Wir (wir BEWUßTSEIN) realisieren schon immer die Welt, den Körper und den Geist – im Sinne von erschaffen. Wir (BEWUßTSEIN) realisieren uns (DIE WELT, DEN KÖRPER, DEN GEIST) noch nicht im Sinne von UM UNS WISSEN (ALS ALLUMFASSENDES – die Welt, den Körper und den Geist einschließendes – BEWUßTSEIN).

Dieses Ideengebäude ist seit der Quantenphysik auch physikalisch unterlegt. Am klarsten in den Beschreibungen des Forscherpaares Görnitz in Nachfolge von Weizäcker. Spirituell wird das gleiche Modell in dem Text von C.G. Jung, den Sieben Reden an die Toten, in den ersten drei Sermones erfaßt. Ansonsten ist dieses Ideengebäude lupenreines TAO und ADVAITA.

A: Wie kommen die Leute darauf zu behaupten, es sei logisch gewesen, jahrhundertelang zu glauben, der Mensch hat sich selbst unter Kontrolle und ist Herr seines Körpers und der Welt, statt seine gesetzmäßige Eingebundenheit in die Abläufe der Natur und des Universums zu begreifen.

B: Man sagt, dies sei logisch, weil es so ausgesehen habe, als hätte er die Dinge im Griff.

A:Ja aber, hat das außer in den Köpfen der Menschen jemals wirklich so ausgesehen?